Monografie: Die Solomonischen Korrespondenzen

MATERIE UND ERINNERUNG, GEFÜHL UND FORM EINE PHIL-SOLOMON-WERKSCHAU

„Umgekehrte Archäologie“, so beschrieb Phil Solomon (1952–2019) seine Arbeit mit Film. Statt ein ursprüngliches Bild freizulegen, veränderte er dessen Materialität; er bearbeitete Bilder aus Hollywoodfilmen wie Home Movies gleichermaßen, um sie auf diese Weise zu ent-fremden und neu sichtbar zu machen. Ein Kino zwischen Abstraktion und Figuration, Material und Erinnerung, das selbst in radikal experimentellen Formen tiefe Emotionen zu vermitteln vermag. 

Die Wiener Werkschau gliedert sich in fünf Programme. Drei führen durch Solomons Werk, zwei öffnen den Blick auf seinen Kontext: Einflüsse, Affinitäten, Verwandtschaften, Dialoge mit zeitgenössischen Filmschaffenden – sowie jenen jüngerer Zeit, die Solomons Vermächtnis weiterführen und transformieren. Zu Letzterem gehört eine live Super-8-Performance von Christian Farrell, die die physische Dimension des Kinos zurück ins Zentrum rückt – auf dass die Bilder von früher sich im Heute aufs Neue ereignen können! 

Kuratiert von Mark McElhatten und in Anwesenheit von Eve Heller (Co-Kuratorin).